Diakonie

bildschirmfoto-2016-10-16-um-14-09-51Das Wort Diakonie kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet Dienst. Dienst für „hilfebedürftige Menschen“.
Wir sprechen auch einfach von „Nächstenliebe“.

Die evangelischen Kirchen nennen ihre soziale Arbeit „Diakonie“. Die Evangelische Kirchengemeinde Lohmar versteht sich nach ihrem „Leitbild“ in der Gemeindekonzeption unter anderem als eine „diakonische Gemeinde“:

„Die Evangelische Kirchengemeinde versteht sich als offene, ökumenische und diakonische Gemeinde, die Menschen aller Altersgruppen eine Heimat bieten möchte. Grundlage unseres Handelns und Planens in der Gemeinde ist unser Glaube als Christinnen und Christen, die sich besonders von den Worten Jesu aus dem Lukasevangelium leiten lassen:

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ (Lukas 11, 9-10)

„Die offene Türe“ unserer Christuskirche ist uns ein wichtiges Sinnbild für unser Verständnis von Diakonie als Wort und Tat. Unsere offenen Türen laden ein zur Gemeinschaft unter Wort und Sakrament, in dem wir Gottes Liebe zur Welt in Jesus Christus erfahren. Zugleich symbolisieren die offenen Türen unseren Weg heraus aus der „Gottesbegegnung im Gottesdienst“ hin zu „einem ganzheitlichen Dienst an den Menschen“, an die wir uns gewiesen wissen.

fullsizeoutput_24d7Seit 8 Jahren besteht das Ev. Altenheim an der Hermann-Löns-Str. in Lohmar. Seit dem vergangenen Jahr ist es nach einer Erweiterung die Heimat von ca. 74 Bewohnern und einem großen Stab an Mitarbeitern. In der Begleitung der alten Menschen, die zunehmend pflegebedürftig sind, und in der engagierten Unterstützung der Mitarbeitenden sehen wir unsere diakonische Aufgabe. Regelmäßig finden Gottesdienste und Abendmahlsfeiern in der Cafeteria statt. Aber wir holen auch gerne Bewohner mit dem Gemeindebus zum Gemeindegottesdienst in die Christuskirche ab. Regelmäßig werden von ehrenamtlichen Mitarbeitenden unserer Kirchengemeinde auch „Gesprächsnachmittage“ mit Themen rund um dem Kirchturm angeboten.

Seit einigen Jahren haben wir neue Nachbarn in der Raiffeisenstraße. Im Stil unserer Kirche und des Gemeindehauses ist aus roten Backsteinen ein Wohnheim des Landschaftsverbandes Rheinland entstanden. Hier leben in Wohngemeinschaften 24 behinderte Menschen und ihre Betreuer, sozusagen in einem Mehrgenerationenhaus. Wir pflegen nachbarschaftliche Kontakte und feiern gemeinsam Feste im Jahreskreis. Kirchliche Diakonie findet nicht nur in den eigenen Räumen, sondern auch bei den Partnern statt, die sich der „Hilfe für Menschen“ verschrieben haben.

Zu den Partnern unserer gemeindlichen Diakonie gehört auch das „Elisabeth-Hospiz“ in Lohmar-Deesem, das am 11. Juni 2016 mit einem Festakt sein 25-jähriges Bestehen feiern durfte. Nicht wenige Gemeindeglieder und Lohmarer haben dieses Haus, seine Atmosphäre und die Sterbebegleitung durch engagiere Menschen für einen sterbenden Angehörigen erlebt. Über dieses Haus hinaus setzen wir uns als diakonische Gemeinde für eine Ausweitung der palliativen Medizin und der Hospizbewegung ein.

Die „Lohmarer Tafel“ ist auch ein diakonisches Projekt der in Lohmar beheimateten Kirchengemeinden. Seit über 8 Jahren engagieren sich über 70 ehrenamtliche Helfer für die Bedürftigen unserer Stadt. Durch die hinzugekommenen bald 500 Flüchtlinge in Lohmar ist die Aufgabe, für jede Lebensmittelausgabe ausreichend Lebensmittel- spenden zur Verfügung zu haben, ein Kraftakt geworden. Die Spenden des Einzelhandels decken nicht mehr den Bedarf. Viele Gemeindegruppen, besonders hervorzuheben sind die Kommunionkinder und die Konfirmanden, stehen in Aktionen vor den Lebensmittelgeschäften und werben für die Lohmarer Tafel. Vielleicht machen ja Sie auch bald mit?!

In den letzten Jahren sind in Lohmar viele „neue diakonische Aktivitäten“ unternommen worden: Auf die Arbeit der „Soziallotsen“, dem Angebot des „Repair-Cafe’s“ und den vielen Aktivitäten der „Willkommenskultur“ können wir hier diesmal nicht eingehen. Demnächst erscheint in Lohmar nach jahrelanger Vorbereitung durch den sogenannten „sozialen runden Tisch“ der Sozialwegweiser, der allen hilfesuchenden Menschen ein Kompass im Dschungel der vielfältigen Hilfen sein will.

access-933120_640Punktuelle Hilfe durch „Benefizveranstaltungen“, zum Beispiel zu Gunsten der Sprachkurse für die Flüchtlinge leisten Kulturschaffende, wie das Vokalensemble „It’s music“ am 4. Mai in der Christuskirche. Immerhin 1.000 Euro konnten so von Chormitglied Andrea Sucker und Pfarrer Jochen Schulze an den Leiter der Sprachkurse, Herrn Johannes Berens, übergeben werden. Die Teilnehmerinnen des „Frauensprachkurses“ und die Sprachpaten freuten sich über die finanzielle Unterstützung für die Sprachmaterialien.

Wir als Kirchengemeinde brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Viele unserer Gemeindeangebote haben einen diakonischen Charakter: Die Bewohner eines Hauses für psychisch Kranke kommen monatlich zu einem Erzählcafe im Gemeindehaus zusammen. Frau Ilse Mattheß kocht monatlich für die Senioren, die auch mal wieder in Gesellschaft ihr Mittagsmahl einnehmen möchten. In der Ev. Frauenhilfe kommen die weiblichen Senioren unserer Gemeinde zur Kaffeetafel zusammen und Frau Schäning hat immer ein spannendes Thema auf der Pfanne. Frauentreff, Männertreff und mozzarella-1575066_640Männerkochkreis sind weitere Gelegenheiten, in Gemeinschaft der Vereinsamung unserer Gesellschaft zu entkommen. Darüber hinaus unternehmen wir mit unserem Programm „Gemeinde unterwegs“ regelmäßige Ausflüge, die durch diakonische Mittel der Gemeinde und des Diakonischen Werkes (Hilfe für alte Menschen) gefördert werden.

In der diakonischen Hilfe für alte Menschen sehen wir einen Schwerpunkt unseres diakonischen Handelns. Den Ausbau und die Stärkung unseres dependent-826332_640bereits bestehenden „Besuchsdienstes“ sehen wir als unsere aktuelle Aufgabe. Wir dürfen immer älter werden, aber um den Preis, dass viele altgewordenen Menschen nicht mehr ihre Wohnung / ihr Haus verlassen können. Wir möchten hingehen zu diesen Menschen und ihnen die Erfahrung schenken, dass sie nicht vergessen sind und „einer“ ihnen immer nahe ist. Wir brauchen Ihre Gaben und Fähigkeiten, ihre Mitarbeit, wenn Sie sich berufen fühlen, im Besuchsdienst unserer Kirchengemeinde mitzuwirken.

Pfarrer Jochen Schulze

Fotos: www.pixabay.com und privat