Besuch in Poprad 2013 – Erinnerungen

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Ein Reisebericht von Wolfgang Manz

Am 12.August war es endlich soweit. Nach monatelangen Vorbereitungen fuhr eine Gruppe von 19 Teilnehmern aus unserer Gemeinde unter Leitung von Pfarrer J. Schulze nach Poprad in die Slowakei zu unserer evangelischen Partnergemeinde der Augsburger Bekenntnisse. Dieser Kontakt besteht seit 1992 und wird jedes Jahr durch abwechselnden Besuch und Gegenbesuch erneuert.
Ein großer Reisebus der Fa. Auto-Lorscheidt begleitete uns auf der gesamten Reise und brachte uns zunächst nach Bratislava an der Donau, wo wir nach langer Fahrt unser Hotel aufsuchten. Nach kurzer Stärkung begaben wir uns zu einem Rundgang in die abendliche Altstadt, wo wir uns gleich wohlfühlten, aber nicht lange bleiben konnten. Am folgenden Tag ging es weiter in Richtung Poprad nach Norden durch das Vah-Tal bis Sillein und nach Osten durch die Berge der Fatra. Beim Anblick der Hohen Tatra, die diesmal ohne Wolken alle Höhen zeigte, kam erste Freude auf. Nach der Ankunft im Hotel wurden wir im Gemeindehaus von unseren Freunden und Ihrem Pfarrer Libor Bednar sehr herzlich empfangen. Für viele war es eine sehr schöne Wiedersehensfreude. Nach gemeinsamem Abendessen in einem nahen Restaurant mussten wir uns leider wieder trennen.

Bereits am nächsten Tag ging es hoch hinaus. Wir fuhren alle in Begleitung unserer Freunde in die Hohe Tatra. Eine „leichte“ Gruppe fuhr nach Strbske Pleso, wo sie eine Tour um den gleichnamigen See unternahm. Die andere Gruppe wusste noch nicht so genau, auf was sie sich eingelassen hatte. Zunächst ging es mit einer Zahnradbahn auf 1285 m. Dann kam jedoch ein langer, nicht sehr steiler Aufstieg durch eine aufregende Bergwelt, wobei wir öfter von anderen Wanderern überholt wurden. Nach einigen Stunden erreichten fast alle unter Leitung unseres altbekannten Bergführers Laci die Zbojnicka Hütte in 1960 m ü NN. Der Rückweg war zwar einfacher weil abwärts, aber für uns Flachlandbewohner noch recht anspruchsvoll.

Am nächsten Tag fuhren wir in einen Teil der Beskiden nordöstlich der Hohen Tatra, wo der Fluss Dunajec für einige Kilometer die Grenze zwischen Polen und Slowakei bildet und dabei eine längere Schlucht durchfließt. Wir bestiegen in der Nähe des ‚Roten Klosters‘ zwei Flöße, mit denen wir uns unter Leitung von jeweils zwei Flößern durch eine enge Schlucht und über etliche Stromschnellen treiben ließen. Immer dabei waren auch die Flöße der polnischen Flößer. Die steilen Kalkstein-Felswände und die damit verbundenen Sagen bleiben unvergesslich. Am Nachmittag wurden wir bei ‚Salas u Franka‘ in Stara Lubovna (Alt-Lublau) köstlich bewirtet. Auf der Rückfahrt nach Poprad machten wir halt in Kesmark. Dort besuchten wir die Neue Evangelische Kirche und die 1717 erbaute Artikularkirche, die vollständig aus Holz errichtet wurde.

Inzwischen war es Freitag geworden und wir konnten endlich einen Ausflug in das Slowakische Paradies machen. Wir haben uns wieder in eine leichte und in eine fast waghalsige Gruppe aufgeteilt. Die erstere machte einen kleinen Rundgang am Rande des Paradieses und fuhr dann für einen Stadtbummel nach Leutschau. Die zweite Gruppe wurde wiederum unter Führung von Laci durch die Weiße Schlucht (Bela Sucha) geführt. Das fing erst ganz harmlos in einer ausgetrockneten Klamm an. Die Stege ohne Geländer wurden dann aber immer länger und die Leitern immer steiler. Erst hinterher haben wir herausgefunden, dass wir von 550 auf 900 m ü NN aufgestiegen waren. Oben gingen wir auf einer bewaldeten Hochfläche zu der Ruine eines Kartäuserklosters von 1300 und nach einer ausgiebigen Pause zurück zum Eingang der Klamm. Unser Pfarrer wollte dabei seine Füße schonen und mietete ein Mountain Bike für die Abfahrt. Na, wenn … es ist noch mal gutgegangen.

Der letzte Ausflugstag führte uns nach Kosice (Kauschau). Diese Industriestadt in der Ostslowakei ist mit 240 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Slowakei und ist in diesem Jahr neben Marseille Europäische Kulturhauptstadt. Nach über 2 Stunden Busfahrt kamen wir gegen Mittag in Kosice an. Nach einem privaten Rundgang durch die Innenstadt wurden wir von einem Pfarrer der evangelischen Hauptkirche empfangen, der uns nach kurzer Einführung zu den Sehenswürdigkeiten der Innenstadt führte. Besonders erwähnenswert waren der Dom St. Elisabeth, der Urbanturm, die geborstene Glocke und die Kapelle St. Michael. Vor der Rückfahrt konnten wir uns noch einmal in der interessanten Stadt umsehen.

Inzwischen ist es Sonntag geworden. Wir trafen uns in der evangelischen Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit zum gemeinsamen Gottesdienst. Pfarrer B. Libor führte uns durch den liturgischen Teil und Pfarrer J. Schulze hielt die Predigt. Nach dem Gottesdienst besuchten wir das nahegelegene Stadtmuseum, in dem sich eine Sonderausstellung über das ‚Grab von Poprad‘ befand. Im Jahr 2006 wurde am Rand von Poprad bei Bauarbeiten ein Fürstengrab aus Zeit der Völkerwanderung um 500 AD gefunden. Dies sorgte für europaweites Aufsehen, da es aus dieser Zeit nur wenige Funde dieser Art gibt.
Am Abend trafen wir uns zum Abschied Nehmen im Gemeindehaus. Bei dieser Gelegenheit übergab Pfr. Schulze unser Gastgeschenk an Pfr. Bednar: ein Luftbild der Christus-Kirche und des Gemeindezentrums in Lohmar mit Umgebung.

An dieser Stelle möchten sich die Gäste aus Lohmar nochmals ganz herzlich bei unseren Gastgebern für die warmherzige Aufnahme und Betreuung bedanken. Dies gilt insbesondere auch für Inge aus Georgenburg, die sich unermüdlich für uns eingesetzt hat. Pfr. Schulze lud abschließend die Poprader Gemeinde zum Gegenbesuch in 2014 ein.
Am Montag mussten wir dann endgültig Abschied nehmen. Viele Freunde unserer Partnergemeinde kamen zum Hotel und ließen uns nach einem Gruppenfoto mit heftigem Winken nach Lohmar zurück fahren.

Die Rückfahrt über Prag verlief ohne Probleme. So kamen wir am 20.Aug. zufrieden und voller Eindrücke nach Lohmar zurück.
Hinweis: Das Karpatenblatt, das Monatsblatt der Deutschen in der Slowakei, wird vom Karpatendeutschen Verein in der Slowakei herausgegeben.

Es enthält interessante Informationen und kann auf der Webseite www.karpatenblatt.sk gelesen werden.