65 Jahre Frauenhilfe in Lohmar

frauenhilfe-65Zuerst die Begrüßung durch Frau Schäning:

Herzlich willkommen, Sie alle, Mitglieder unserer Frauenhilfe hier in Lohmar und alle, dies es interessiert:

Wir feierten am 3.11.2016 Jubiläum, 65 Jahre Frauenhilfe Lohmar. Sie werden sagen, 65 Jahre ist kein richtiges Jubiläum, das ist erst 75 oder 1oo Jahre, aber wir dachten, in unserem Alter muss man kleine Schritte gehen, das 75. Jubiläum werden wir sicherlich nicht mit Ihnen in der Form feiern, deshalb feiern wir heute.

Wir hatten einige Gäste und natürlich unseren Pfarrer, Herrn Schulze, der bei fast jedem Frauenhilfe Treffen dabei ist und auch die Andacht hält, was ja nicht überall so ist, aber wir haben das Glück, dass in den ganzen 65 Jahren immer ein Pfarrer uns begleitet hat.

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Der Anfang der Frauenhilfe:

Im Jahre 2000 feierte die Ev. Frauenhilfe im Rheinland ihr 100 jähriges Bestehen. Und so ging das vor sich: Am 14. März 1901 nachmittags um 15:00 Uhr fand in Köln die konstituierende Sitzung der „Rheinischen Frauenhülfe“ statt. Anwesend waren 118 Vertreterinnen bzw. Vertreter der Frauenvereine des Ev. Kirchl. Hülfsvereins i.Rh. sowie Pastor Cremer-Berlin als Vertreter des engeren Ausschusses.

Ein Zusammenschluss ist nötig, denn wenn die evangelischen Frauenvereine sich in freier Organisation zusammenschließen, offenbart sich darin die Existenz der evangelischen Kirche, damit die Einzelvereine fruchtbar werden durch Anregung, Anspornung und Anweisung. Damit die Starken, denen Gott die Mittel dazu gegeben, den Schwachen zu Hilfe kommen. Damit wir widerstandsfähig sind in den Kämpfen unserer Zeit. Sind wir zusammengeschlossen, sind wir eine geistige Macht. Die Tätigkeit unserer meisten Vereine verläuft in etwa in dieser Weise:

Mitglied wird jede evangelische Frau oder Jungfrau durch die Verpflichtung eines heart-1376391_640Jahresbeitrags, der sich etwa zwischen 2 und 5 Mark bewegt. Versammlungen finden wöchentlich oder vierzehntägig statt, im Sommer meist seltener als im Winter, wo auch der Besuch ein reger ist. In diesen Versammlungen wird genäht und gestrickt, und zwar entweder das ganze Jahr hindurch ausschließlich für die Armen in der Gemeinde, oder ein Teil des Jahres für diese, daneben einige Monate hindurch für die Anstalt Schmiedel, Godesheim, Wolff, oder die Rheinische Mission. In einigen Vereinen arbeiten die Damen feinere Handarbeiten für einen Bazar, deren Ertrag für die Vereinszwecke verwandt wird.

Häufig ist hiermit zugleich ein sogenannter Suppen- oder Kochverein verbunden, in welchem die Mitglieder, abwechselnd bedürftige Familien ein kräftiges Mittagsbrot zukommen lassen. Hier und da werden die Versammlungen regelmäßig auch von den Ortsgeistlichen besucht, welche biblische Ansprachen halten, oder es wird vorgelesen, oder man begnügt sich mit freier Unterhaltung. In den Aufbaujahren 1920 bis 1930 bildet sich die Schwesternschaft der Ev. Frauenhilfe. Es werden Helferinnen für den Hilfsdienst in den Lazaretten ausgebildet. 1921 wird das Auguste Victoriaheim in Wuppertal Barmen gegründet und 1926 das Krankenhaus Ehringhausen.

Die Jahre 1930 bis 1940 sind die Jahre der nationalsozialistischen Regierung und des Widerstandes. Die Pionierin der akademischen Frauengeneration ist Frieda Schindelin sie legte als erste Frau 1927 in Halle an der Saale ihr erstes Theologisches Examen ab, arbeitete dann als Lehrerin, ging nach Afrika und kam 1934 nach Deutschland zurück, wo sie 1935 ihr zweites Theol. Examen ablegte und 1937 in den Dienst der Ev. Frauenhilfe eintrat.

In den Jahren 1940 bis 1950 begann der Wiederaufbau nach dem Krieg.1950 gründet Elly -Heuss Knapp das Müttergenesungsheim. Zum Muttertag 1950 wird die erste öffentliche Sammlung durchgeführt und 1951 wurde unsere Frauenhilfe gegründet, näheres dazu später. 1960 bis 1970 gilt der Fürsorge und Ausbildung von Pflegepersonal Frauenbildung ist lebensnotwendig, Weiterbildung.

Die Jahre 1990 bis 2000: Seit 50 Jahren wird der Weltgebetstag in Deutschland gefeiert und seit Beginn von der Frauenhilfe im Rheinland getragen. Auch der Mirjamgottesdienst wird von der Frauenhilfe vorbereitet und durchgeführt. Genauso der jährliche Adventsgottesdienst. Soweit erst einmal der Rückblick auf die Geschichte der Frauenhilfe. Ich finde, so viel hat sich gar nicht geändert, in der kommenden Zeit.

Der Anfang bei uns:

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Gertrude Schäning

Die einzige Urkunde, die wir finden konnten, erzählt, dass zwischen September und Weihnachten 1951 die Frauenhilfe gegründet wurde, also vermutlich im November. Es gab damals einen Pfarrdiakon Stein, der später das Amt des Pfarrers übernahm. Die Kirchengemeinde Lohmar war damals noch gar nicht offiziell eine Kirchengemeinde, sondern gehörte zu Siegburg. Schon damals waren es mehrere Orte, die weit voneinander entfernt waren, aber zu dieser Gemeinde gehörten, nämlich Altenrath, Birk und Lohmar. Und es gab damals schon 3 Frauenhilfen, jeweils mittwochs nachmittags, am 1. Mittwoch im Monat Lohmar, am 2. Altenrath und am 3. Birk. Der Pfarrdikaon Stein fuhr damals mit dem Moped dort hin. Das waren Zeiten, in denen noch nirgends eine Kirche gab, es wurde in Provisorien getagt, jeder brachte einen Stuhl, eine Tasse und nach Möglichkeit einen Brikett mit. Aber es hielt bis heute. Birk ist eine eigene Gemeinde geworden, Altenrath hat nicht mehr so viele Mitglieder, die kommen jetzt nach Lohmar.

Von 1951 bis 1965 war Pfarrdiakon Stein hier, dann bis 1972

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Pfarrer Gottke

 Pfarrer Rettig, dann bis 1998 Pfarrer Diercks, dann Pfarrer Busch. Ab 2000 Pfarrer Gottke und ab 2010 Pfarrer Schulze. Ich habe sie alle erlebt und weiß, dass die Frauenhilfe hier in der Kirchengemeinde immer einen hohen Stellenwert hatte. Es wurde

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Pfarrdiakon Stein

auch immer gestrickt, sei es Decken für Lepra-Kranke, oder Strümpfe für Russlandsoldaten. Pakete für die DDR wurde gepackt mit der Sammelbüchse sind wir auch herumgegangen. Heute stricken zwar einige immer noch und nähen für einen Bazar, aber es ist nicht unser Hauptziel. Wir haben hier in Lohmar ein großes Zentrum für Seniorenarbeit, gleich gegenüber, wo viele von uns hingehen. Wir versuchen jetzt, unsere Termine und Themen aufeinander abzustimmen, denn wir merken, dass die Einsamkeit der älteren Menschen immer größer wird und sie immer öfter die Gemeinschaft mit anderen suchen. Deshalb haben sich unsere Ziele im Verhältnis zu den frühen Jahren etwas geändert. Wir legen jetzt mehr Wert darauf miteinander zu kommunizieren, um festzustellen, was der Andere braucht, versuchen Hilfestellung zu geben und wollen durch unsere Andachten zeigen, dass wir eine Christliche Gruppe sind und in diesem Sinne miteinander umgehen. Wir bieten auch immer ein bestimmtes interessantes Thema an, damit wir auch noch etwa für unseren Geist tun. Wenn ich so in die Runde schaue, denke ich, dass das Konzept auf das geht, es werden immer mehr, die kommen und es scheint ihnen zu gefallen. Ich selbst mache das jetzt seit 16 Jahren und habe nur einmal gefehlt, als ich eine neue Hüfte bekam. also 192 Nachmittage (Tage) mit 192 Themen.

Aber auch unter den Teilnehmern sind welche, die schon sehr lange dabei sind, allerdings keiner, der 65 Jahre kommt. Natürlich nicht zu vergessen, die vielen fleißigen Helferinnen in Küche und Gemeinde, die immer, aber wirklich immer da sind, wenn Hilfe gebraucht wird und auf die man sich 100 prozentig verlassen kann.

Zusammengestellt von Frau Schäning

 

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